Einschlaftipps für Babys

In vielen Familien bedeutet der Satz „es ist Zeit fürs Bett“ Stress pur. Die Augen des Nachwuchses weiten sich und füllen sich nicht selten sogar mit Tränen. Der Puls der Eltern steigt. Gefühlt wird es mit jedem Millimeter, mit dem Kind und Eltern dem Bett näher kommen, schlimmer. 

Die Anspannung steigt bei den Eltern – und dementsprechend auch bei den Kindern. Alle Einschlaftipps fürs Baby, die einst nachgelesen wurden, sind plötzlich passé. Tränen und Geschrei bei den Kindern und blankliegende Nerven bei den Eltern sind die Folge – doch das tut weder Kind noch Mama oder Papa langfristig gut. 

Um die Nerven zu schonen und das Schlafengehen langfristig zu einer positiven Erfahrung zu machen, helfen diese Einschlaftipps fürs Baby.

Einschlaftipps Baby

Einschlaftipp Nr 1: Routinen entwickeln, die zur Familie passen

Wer den Dreh kennt und akzeptiert, der rebelliert in der Regel auch nicht. Hinter dieser Feststellung verbirgt sich ein Einschlaftipp fürs Baby, der besagt, dass Routinen dabei helfen können, die Einschlafsituation deutlich zu entspannen. Dafür braucht es – je nach Kind und Elternteil – mehr oder weniger Zeit und Geduld. Bis eine Verhaltensweise oder ein Ablauf als (im besten Fall positive) Erfahrung abgespeichert ist und damit Routine bedeutet, braucht es mehrere Anläufe. Eltern sollten sich überlegen, welches Abendritual gut in die Familienstruktur passt – und langfristig anwendbar ist.

Beispiel 1: Sind beide Elternteile abends zuhause, kann eine abendliche Route so aussehen, dass nach dem gemeinsamen Abendessen noch etwas Spielzeit ansteht bevor das Kind gewaschen und umgezogen wird. Gemeinsam kuschelnd kann nun noch etwas vorgelesen oder angehört werden. So findet der Nachwuchs ganz entspannt den Weg ins Land der Träume.

Beispiel 2: Arbeitet ein Elternteil oder gar beide im Schichtdienst, muss die abendliche Routine etwas weiter gefasst sein. Die Grundbestandteile – wie etwa Essen, Spielen, Waschen, Kuscheln, Lesen und Schlafen – sollten erhalten bleiben. Allerdings sollte sich das Kind direkt daran gewöhnen, dass nur ein Elternteil bis ins Land der Träume begleitet – sonst drohen Einschlafprobleme.

Babys sind nicht immer zu timen

Dass das Zeitmanagement mit Babys manchmal unplanbar ist, wissen die meisten Eltern aus eigener Erfahrung. Das bedeutet für das Einschlafritual jedoch nicht, dass beim ersten Gähnen der große Stress ausbrechen darf. Grundsätzlich gilt: Eltern sollten ihre Kinder tagsüber gut beobachten, um frühzeitig zu erkennen, wie das Kind zeigt, dass es müde wird. Wird ein Baby dann eine Stunde vor der eigentlichen Schlafenszeit müde, sollten Eltern nach Möglichkeit das Einschlafritual vorziehen, um dem Schlafbedürfnis des Kindes Rechnung zu tragen und trotzdem die Routine zu wahren. Es kann aber auch durchaus sein, dass das zahnen dein Baby wach hält, in diesem Beitrag gehen wir auf verschiedene Zahnungshilfen für Babys ein.

Einschlaftipp Nr 2: Eine ruhige Atmosphäre schaffen

Abends sollte sich der Tag dem Ende zu neigen – darauf muss auch der Körper eingestellt werden. Das funktioniert besonders gut, wenn das Abendessen den Startschuss fürs Runterfahren gibt. Das Abendessen macht selten nur satt, sondern oft auch müde. Dazu sollte das Gericht besonders mild sein, um nicht die Darmtätigkeit zu sehr anzuregen. Auch die Abendgestaltung sollte ruhig verlaufen. Das heißt: Wenn gespielt wird, dann sollte es sich dabei um ein ruhiges Brettspiel handeln. 

Herumzutoben ist hingegen keine gute Idee. Welche Form des Runterfahrens am besten wirkt, müssen Eltern zusammen mit ihrem Nachwuchs austesten und je nach Alter immer wieder nachjustieren. Wird sehr spät zu Abend gegessen (was für Babys Bauch zwar nicht gut ist, sich manchmal strukturell aber nicht verhindern lässt), fällt die Wahl gerne auf ein Vorlesebuch oder ein Hörbuch. Achtung: Eltern sollten genau auf die Reaktion des Kindes achten. 

So manch kleinen Knirps nimmt das mitreißende Hörbuch so sehr mit, dass das Kind danach wieder topfit ist. Auch manches Vorlesewerk animiert den Kopf des Kindes eher dazu aufzudrehen als abzuschalten. 

Ein wichtiges Indiz beim Vorlesen und auch beim Anhören eines Hörbuchs sind die Augen des Kindes, die entweder stetig kleiner werden oder aufgeregt hin- und herwandern. Auch Körperhaltung und Puls können wichtige Indizien dafür sein, wie ein Kind auf die Einschlafmethodik reagiert.

Ist Austoben vor dem Schlafengehen gut oder schlecht?

Bewegung ist wichtig und Bewegung an der frischen Luft ist ideal – allerdings nicht direkt vor dem Schlafengehen. An dieser Stelle gibt es für Kinder und Babys unterschiedliche Einschlaftipps. 

Ein Baby, das kurz vor dem Zubettgehen noch eine Portion Frischluft vom Kinderwagen aus bekommt, wird gut schlafen – allerdings nur, wenn es nach dem Spaziergang nicht nochmal wach wird. 

Wenn das Umbetten das Baby weckt, ist es vorbei mit der abendlichen Spazierrunde. Sobald das Kind laufen kann, ist ein Spaziergang Untertags ohnehin die bessere Idee, denn dann kann der Nachwuchs sich selbstständig bewegen und im besten Fall auf dem Spielplatz toben.

Einschlaftipp Nr 3: Den Tag verarbeiten

Babys und Kinder verarbeiten die Eindrücke des Tages höchst unterschiedlich. Dementsprechend können Eltern ihren Kindern auch dabei helfen, den Tag entspannt zu verarbeiten. Eine gute Idee dabei ist es, das Baby beschützt in den Schlaf zu bringen. Eine innige Kuschelrunde mit beruhigenden Streicheleinheiten und sanften Worten kann ein Baby besonders entspannt in den Schlaf bringen. Je älter das Kind wird, desto eher kann auch verbal eine Verarbeitung des Tages stattfinden.

  • Was war toll? 
  • Was hat gar nicht gepasst?
  • Was sollte unbedingt wiederholt werden?
  • Wie kann ein Streit künftig vermieden werden?

Es gibt solche und solche Tage und Nächte, was auch bedeutet: Manchmal hilft das Sprechen dabei, entspannt in den Schlaf zu kommen und manchmal verarbeiten Babys und Kinder die Eindrücke des Tages auch bei Nacht. Wacht das Kind dann auf und weint und schreit, dann gilt es Ruhe zu bewahren und zu prüfen, warum die Nachtruhe für Eltern und Kind unterbrochen wurde. Das kann ein schlechter Traum gewesen sein, das kann aber auch der Hunger sein, der ein Baby auch nachts überkommt – vor allem, wenn es sich in einem Wachstumsschub befindet.

Was tun, wenn das Baby nachts wach wird?

Es ist wichtig, herauszufinden, warum das Baby nicht schläft – dann kann bedarfsorientiert gehandelt werden. Was kein Baby nachts braucht, ist ein gestresstes Elternteil, das schimpft. Auch eine ausgedehnte Spielsession ist der falsche Weg, weil das Spielen das Kind noch wacher macht und die Schlafroutine vollends durchbricht. Wir wünschen euch eine entspannte Nacht!