Verbrennungen bei Kindern

Verbrennungen bei Kindern

In der Küche tobt das Leben und in vielen Familien ist dieser Raum der zentrale Ort zum Zusammenkommen. Nicht vergessen sollte man bei dem ganzen Trubel allerdings die zahlreichen Gefahrenstellen, die sich in und um die Küche tummeln. 

Doch wo lauern diese Gefahrenstellen überall und welche Sofortmaßnahmen gilt es im Ernstfall zu ergreifen? Die Antworten haben wir dir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Verbrennungen bei Kindern

Gefahrenstellen für Verbrennungen bei Kindern

Fragt man Eltern nach ihrer Einschätzung zu potenziellen Unfallstellen, kommt den meisten direkt der Straßenverkehr in den Sinn. Das ist auch absolut nachvollziehbar, denn dort endet der durchschnittliche Unfall aufgrund der entstehenden Krafteinwirkungen besonders schwerwiegend. Doch tatsächlich ist es so, dass die meisten Unfälle im Kleinkinderalter im Haushalt oder während der Betreuung passieren. 

Die Gefahrenstellen im Haushalt sind wahrscheinlich so vielfältig, wie die Spielzeugsammlung deines Kindes. Klassischerweise finden sich allerdings die meisten Wärmequellen in der Küche und im Esszimmer sowie in der Nähe von elektronischen Geräten. Zu den typischen Gefahrenstellen in der Küche zählen daher der Herd sowie die Kochplatten, der Toaster, der Wasserkocher und der gedeckte Esstisch. 

Im restlichen Haushalt tummeln sich die Gefahrenstellen immer dort, wo Geräte in der Reichweite deines Kindes an eine Stromversorgung angeschlossen sind. Herunterhängende Kabel und offene Steckdosen sind dabei die typischen Gefahren.

Um möglichst viele dieser Gefahren bereits im Vorfeld auszuschließen, ist es ratsam die Wohnung und dabei insbesondere den Küchenbereich regelmäßig auf Gefahrenstellen für Verbrennungen oder Verbrühungen abzusuchen. Bei dieser Suche gilt es allerdings darauf zu achten, dass manche Gefahrenstellen immer aktiv sind und manche nur während des offensichtlichen Betriebes. 

Die kalte Herdplatte führt zu keinen Problemen, der nicht abgedeckte Topf mit kochendem Wasser hingegen schon. Es hilft daher ungemein, die Wohnung nicht allein, sondern mit anderen Familienmitgliedern, nach den potenziellen Gefahrenstellen abzusuchen. In der eigenen Wohnung sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ein Dritter hingegen identifiziert mögliche Gefahrensituationen häufig mit einer vollkommen anderen Wahrnehmung.

Sofortmaßnahmen, die du im Ernstfall ergreifen solltest

Verbrennungen bei Kindern

Zunächst einmal gilt: Ruhe bewahren und nicht panisch werden. Verbrennungen sowie Verbrühungen sind absolut schmerzhaft und gerade bei Kindern kommt zum Schmerz noch Angst vor der ungewohnten Situation hinzu. 

Doch für die Eltern ist wichtig, die Situation richtig einzuschätzen und keine Panik aufkommen zu lassen. Denn gerade bei Kindern unter vier Jahren gehören Verbrennungen und Verbrühungen mit zu den häufigsten Unfällen.

Das Kind sollte so schnell wie möglich von der Gefahrenstelle weggetragen werden, um weitere Folgeunfälle zu vermeiden. Gibt es ein tatsächliches Feuer, dann gilt es dieses zu löschen oder alternativ die Gefahrenstelle anderweitig unschädlich zu machen. Zum Beispiel den Stecker des Bügeleisens zu ziehen oder den Topf von der Herdplatte zu nehmen.

Danach geht es um eine schnelle und schmerzlindernde Kühlung der betroffenen Körperpartien. Je nach Schwere der Verbrennung sollte dann der Notarzt oder – im Falle eines Brandes – die Feuerwehr gerufen werden. In jeden Fall solltest du allerdings vor allem die Ruhe bewahren und wenn möglich weitere Anwesende als Unterstützung hinzuholen.

Verbrennung vs. Verbrühung

Im ersten Moment hört sich beides gleich schlimm an, aber was ist der Unterschied? In beiden Fällen entsteht die Verletzung durch zu viel Hitze auf der Haut. Der Unterschied liegt daher in der jeweiligen Art der Hitze. 

Eine Verbrennung entsteht durch trockene Hitze, wie sie beispielsweise von einem Backofen oder Bügeleisen ausgeht. 

Verbrühungen entstehen durch heiße Flüssigkeiten oder Dämpfe, zum Beispiel die eines Wasserkochers. Aber auch am Esstisch kann es schnell zu Verbrühungen kommen, wenn beispielsweise eine Tasse mit Suppe oder Tee umkippt und die Flüssigkeit mit der Haut in Berührung kommt.

Auf eine Verbrühung ist aufgrund ihrer Ursache anders zu reagieren als auf eine klassische Verbrennung. Auch hier gilt zwar zunächst die Einwirkung zu unterbrechen, danach sollte aber zunächst die Kleidung – sofern sie nicht mit der Haut verschmolzen ist – schnellstmöglich entfernt werden. Die Kühlung unterscheidet sich bei einer Verbrühung ebenfalls von der normalen Verbrennung. Die Maxime „je kälter desto besser“ ist bei einer Verbrühung der denkbar schlechteste Weg. Vielmehr sollte die betroffene Körperpartie etwa 10 bis 15 Minuten mit lauwarmen Wasser benässt werden, um weitere Schädigungen der Haut zu verhindern. 

Nach der Kühlung sollte die Verbrühung möglichst mit einer sterilen Kompresse (zu finden im Verbandkasten) abgedeckt werden. Auch bei einer Verbrühung ist es wichtig, die Schwere der Verletzung richtig einzuordnen und im Zweifelsfall lieber einmal öfter den Notarzt zu rufen. Der Grad der Verbrühung lässt sich am Hautzustand der betroffenen Körperpartie ablesen. Eine leichte Verbrühung betrifft nur die oberste Hautschicht, sodass die Partie lediglich leicht geschwollen und schmerzhaft gerötet ist. Ablösungen der Haut oder Blasenbildung hingegen deuten mindestens auf eine Verbrühung zweiten Grades hin. 

Eine Verbrühung dritten Grades äußert sich in trockener und weißlicher Haut. Allerdings gibt nicht nur die Art der Hautschädigung Aufschluss auf die Schwere der Verbrühung. Vielmehr ist auch die Größe der betroffenen Fläche ebenfalls bei der Einschätzung des Schweregrades zu berücksichtigen. Leichte und oberflächliche Verbrühungen lassen sich oftmals auch ohne ärztliche Hilfe behandeln. Größere oder schwerere Verbrühungen sollten aber immer von einem Arzt begutachtet werden.
Doch im Zweifel gilt sowieso: es handelt sich hierbei um die Gesundheit deines Kindes, also lieber auf Nummer sicher gehen.

Michaela Weber | richtig helfen

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Vorsichtsmaßnahmen gegen Verbrennungen bei Kindern

Vorsorge ist in jedem Fall besser als Nachsorge, deshalb hier einige Vorsichtsmaßnahmen, um Verbrennungen und Verbrühungen in der Zukunft vorzubeugen:

  • Auf den hinteren Herdplatten kochen und die Griffe nach hinten drehen.
  • Tassen, Kannen oder tiefe Teller möglichst weit vom Tischrand entfernt aufstellen.
  • Auf den Verzehr von heißen Speisen oder Getränke verzichten, während das Kind noch auf dem Schoß sitzt.
  • Kabel von Elektrogeräten an der Wand entlangführen und nicht herabhängen lassen.
  • Tischdecken verleiten zum Spielen und Ziehen, daher lieber komplett darauf verzichten.

Gerade zu Beginn sind die Entwicklungsschübe deines Kindes enorm und der Forscherdrang noch größer. Daher ist die beste Vorsichtsmaßnahme regelmäßig mit Kinderaugen durch die Wohnung zu gehen. Was könnte dein Kind neugierig machen und wonach könnte es greifen? 

Ist der Gegenstand vor allem in Verbindung mit Wärme potenziell gefährlich, sollten dringend Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Außerdem solltest du dein Kind – natürlich immer auf Basis seines 
Entwicklungsstandes – mit viel Geduld über die Gefahren von Hitze aufklären. 

Und sollte es doch zu einer Verbrennung oder Verbrühung kommen: mach dir keine Vorwürfe, sondern handle besonnen und entferne im Nachgang die Gefahrenstelle für die Zukunft.

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