Unterkühlung beim Kind erkennen und richtig handeln

Eine Unterkühlung beim Kind ist nichts, was ausschließlich im Winter, sondern vielmehr auch im Winter passieren kann. Halten die einzelnen Lagen des Zwiebellooks nicht das, was der Hersteller verspricht – nämlich das Kind trocken und warm – oder war der kindliche Spieltrieb in Schnee und Matsch zu groß, erreicht Feuchtigkeit den Körper und das Kind beginnt zu frieren.

Ein bisschen Frieren ist zunächst auch überhaupt nicht gefährlich, kann es aber werden, wenn die Situation zu lange unerkannt bleibt.

Ähnliches kann im Sommer aber auch passieren, wenn der Wasserspaß im Pool größer ist als die körperlichen Anzeichen, dass das Tollen im Wasser nun für eine Weile in trockener Kleidung und eingemummelt in ein kuschliges Handtuch unterbrochen werden sollte.

In beiden Fällen kühlt der Körper des Kindes aus, weil Feuchtigkeit auf die Haut gerät. Eltern agieren meist intuitiv richtig und erkennen die Vorboten einer Unterkühlung, wie etwa blaue Lippen, eine Marmorierung der Haut oder zitternde Hände. Sinkt die Körpertemperatur weiterhin stark ab, ist schlussendlich von einer Unterkühlung beim Kind die Rede.

Woran Eltern diese erkennen und wie sie sich dann verhalten sollten, verrät dieser Beitrag.

Was passiert bei einer Unterkühlung im Körper?

Die Blutgefäße, die sich an der Oberfläche des Körpers befinden, ziehen sich bei einer Unterkühlung zusammen. Das ist ein Schutzmechanismus des Körpers, um ein weiteres Auskühlen zu verhindern, der sowohl bei Erwachsenen als auch beim Nachwuchs greift. Zudem beginnt der Körper zu zittern, um durch diese Form der Muskelaktivität Wärme zu produzieren. Auch Adrenalin wird vermehrt ausgestoßen, was bewirken soll, dass alle Körperfunktionen in höchste Alarmbereitschaft versetzt werden.

Erkennbar wird die Unterkühlung durch Zittern, eine Verfärbung der Haut, betäubte Nerven, die keinen Schmerz mehr fühlbar machen und sinkende Vitalwerte, wie etwa Blutdruck, Puls und Atmung. Dadurch, dass auch das Gehirn heruntergefahren wird, kann es dazu kommen, dass die unterkühlte Person sich nicht mehr ordentlich äußern kann.

Wann ist von einer Unterkühlung beim Kind die Rede?

In der Medizin werden mehrere Arten der Unterkühlung klassifiziert. Messbar wäre die Unterkühlung mit Blick auf die Körperkerntemperatur, doch natürlich ist das unterwegs nicht umsetzbar. Die folgenden Anzeichen helfen Eltern dabei, zu erkennen, ob das Kind möglicherweise unterkühlt ist:

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Achtung: Säuglinge können oft nicht zittern

Zittern ist eigentlich ein körperlicher Mechanismus, um sich durch Bewegung warmzuhalten. Doch gerade bei Säuglingen ist dieser Reflex noch nicht sehr ausgeprägt. Sie können sich nur über Schreien mitteilen und damit ihren Eltern zeigen, dass sie frieren. Das passiert bei Säuglingen im Wagen umso rascher, wenn das Frischluft-Abenteuer zu lang geworden ist. Durch die mangelnde Bewegung frieren die Kleinsten im Kinderwagen deutlich schneller als ihre rennenden und spielenden Geschwister. 

Was ist zu tun, wenn ein Kind leicht unterkühlt ist?

Erkennen die Eltern, dass das Quengeln beim Säugling kein Anzeichen von Hunger, Durst, Müdigkeit oder einem Grummeln im Bauch ist, sondern eine Unterkühlung beim Kind vorliegt, müssen sie in erster Linie Ruhe bewahren. Dies ist genauso wichtig wie bei jedem anderen Notfall in der Familie, beispielsweise wenn es zu Verbrennungen oder Verbrühungen im Haus oder zu einem Sturz aus dem Bett gekommen ist.

Ruhig sind dann Schritt für Schritt diese Maßnahmen durchzuführen:

  • Eltern sollten die feuchte Kleidung am Körper des Kindes gegen trockene und warme Kleidung tauschen. Im besten Fall haben Eltern Ersatzkleidung bei sich. Auch eine Woll- oder Isolierdecke bringt dem Kinderkörper schnell wieder die notwendige Temperatur zurück.

 

  • Gerade bei Säuglingen kann mangelnde Bewegung in Kombination mit falscher Kleidung zur Unterkühlung führen. Dennoch ist mehr Bewegung im Falle einer Unterkühlung beim Kind kontraproduktiv und könnte bei starker Unterkühlung, bei der aus dem Zittern der Muskeln bereits steife Muskeln wurden, sogar zum Herzversagen führen.

 

  • Körperliche Wärme und ein Kuscheln mit Mama und Papa sorgt für Wärme und beruhigt in einem Abwasch. Eltern dürfen die Kinderhaut dabei jedoch nicht massieren oder rubbeln, da auf diese Weise das kalte „äußere“ Blut ins Körperinnere gelangt und die Körpertemperatur noch weiter sinkt.

 

  • Warme (nicht heiße!) Getränke helfen dem Körper des Kindes dabei, die Körpertemperatur zu steigern. Auch ein warmes Bad kann helfen, ein heißes Bad hingegen wäre sogar gefährlich und könnte zu einem Kreislaufschock führen.

Bei einer schweren Unterkühlung muss der Notarzt verständigt werden

Die 112 zu wählen, ist dann gut und richtig, wenn alle erläuterten Methoden, um das Kind aufzuwärmen und den Zustand zu verbessern, nichts nützen. Auch wenn die ersten Anzeichen einer Unterkühlung beim Kind verkannt oder missverstanden wurden, sodass aus Unruhe und kalten Fingern Starre und Teilnahmslosigkeit werden, ist es höchste Zeit, den Notarzt zu verständigen.

Damit es aber gar nicht erst so weit kommen muss, zeigt die folgende Tabelle noch einmal auf einen Blick, was bei Unterkühlung beim Kind hilft und was sogar gefährlich für das Kind sein könnte:

Das sollten Eltern bei einer Unterkühlung
beim Kind tun:

Das dürfen Eltern bei einer Unterkühlung
beim Kind nicht tun:

–        Nasse Kleidung ausziehen

–        Warme Ersatzkleidung anziehen

–        In warme Decken wickeln

–        Warme Getränke anbieten

–        Mit dem Kind sprechen

–        Kind in Bewegung bringen

–        Haut des Kindes massieren oder rubbeln

–        Heiße Getränke geben

–        Kind heiß baden

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