Sepsis bei Kindern

Eine Sepsis bei Kindern ist keine Seltenheit, dafür jedoch eine vergleichsweise unbekannte Krankheit. Die Sepsis, auch bekannt als Blutvergiftung, bezeichnet eine äußerst gefährliche Infektion, die den kompletten Körper betreffen kann. Eine äußerliche Verletzung – wie etwa eine Schramme oder ein Stich – können genauso der Auslöser einer Sepsis sein, wie Viren, Bakterien oder Pilze.

Bei einer Sepsis bei Kindern steigt die Gefahr zusehends

Wird eine Blutvergiftung frühzeitig erkannt und behandelt, ist die Prognose sehr gut. Das Sterberisiko ohne richtige Behandlung der Sepsis steigt jedoch pro Stunde um etwa ein Prozent. Das heißt, bereits nach 24 Stunden ohne Behandlung liegt das Risiko bereits bei 24 Prozent. Eine Studie, die Kinder und Jugendliche mit einer Sepsis in den Fokus rückte, kommt auf eine Sterblichkeit von knapp 17 Prozent. Erfasst wurden im Rahmen dieser Statistik die Kinder und Jugendlichen, die mit einer Sepsis ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Was ist eine Sepsis und wie entsteht sie?

Das Wort Sepsis stammt aus dem Griechischen und bedeutet Fäulnis oder Gärung. Eine Sepsis kann durch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze hervorgerufen werden.

Ausgehend von einer äußerlichen Verletzung – nach einem Sturz vom Fahrrad oder einer winzig kleinen Schnittwunde am Finger – können sie in den Körper gelangen und erreichen so über die Lymphbahnen das Blut. Auch Insektenstiche können immer häufiger eine Sepsis auslösen. Selbst kleinste Hautverletzungen, beispielsweise auch eine nicht sichtbare Entzündung am Zahn, kann eine Blutvergiftung verursachen.

Auch die Entzündung eines Organs, wie es beispielsweise bei einer Lungenentzündung der Fall ist, kann die Ursache einer Sepsis sein.

Alarmzeichen – wie lässt sich eine Sepsis bei Kindern erkennen?

Je früher eine Sepsis erkannt wird, umso höher ist die Chance der rechtzeitigen und lebensrettenden Behandlung. Bei kleinen Kindern ist die Sepsis allerdings besonders schwer zu erkennen, da sie sehr unspezifisch verläuft, wie diese Übersicht an Symptomen zeigt:

  • blass-graue Gesichtsfarbe
  • fleckige Haut
  • kalte Arme und Beine, Untertemperierung
  • schwere Atmung
  • sehr hohes Fieber bei Babys und Kleinkindern
  • sehr schneller Puls
  • tiefer Schlaf und Kind ist schwer zu wecken
  • träge und kraftlos im Verhalten

 

Achtung: In bestimmten Fällen ist besondere Achtsamkeit geboten! Sollte das Kind zunächst nur leichte Infektionsanzeichen wie Fieber aufweisen, aber dann plötzlich keinen Appetit mehr haben oder schwach und apathisch werden, sind das wichtige Alarmsignale. Kommt nun noch eine schwere Atmung und ein schneller Puls hinzu, muss das Kind unverzüglich ins Krankenhaus gebracht werden.

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Sind Kinder besonders gefährdet, eine Sepsis zu erleiden?

Die Immunabwehr des Körpers spielt eine große Rolle. Ist sie durch eine Vorerkrankung geschwächt, ist die Gefahr einer Sepsis besonders hoch. Auch in diesen Fällen ist das Risiko besonders groß, eine Sepsis zu bekommen:

  • Neugeborene sowie Säuglinge, vor allem Frühgeburten, haben meist ein geringes Geburtsgewicht und ein Immunsystem, das noch nicht vollständig entwickelt ist. Der eingangs erwähnten Studie zufolge, sei die Sepsis bei Neugeborenen mit geringem Gewicht besonders häufig aufgetreten. In knapp 12 Prozent der Fälle verlief die Blutvergiftung tödlich.
  • Kinder und Erwachsene mit einem geschwächten Immunsystem – beispielsweise durch Vorerkrankungen wie Diabetes, Krebserkrankungen oder ähnliches – können Krankheitserreger schlechter bekämpfen.
  • Kinder und Erwachsene mit großen Wunden oder Verletzungen sind besonders anfällig für eine Sepsis, weil der Entzündungsraum vergleichsweise groß ist. Auch frisch operierte Kinder und Erwachsene haben ein erhöhtes Sepsis-Risiko.
  • Kinder und Erwachsene mit einer genetischen Veranlagung zu Infektionen, alte Menschen mit schlechtem Immunsystem und Schwangere haben ebenfalls ein höheres Risiko, eine Sepsis zu bekommen.

 

Ein umsichtiger, wacher Umgang mit Kindern kann eine schwere Sepsis durchaus verhindern. Kleine Verletzungen und Entzündungen sowie Insektenstiche müssen genau beobachtet werden. Bei Veränderungen der Schrammen sowie bei größeren Verletzungen sollten Eltern direkt zum Arzt gehen. Regelmäßiges Händewaschen hilft dabei, Krankheitskeime zu reduzieren.

Praxistipp: Schürfwunden richtig versorgen – das reduziert das Risiko einer Sepsis bei Kindern

Beim Toben im Garten, beim Klettern auf dem Spielplatz und sogar im Kinderzimmer entstehen Schrammen meist trotz großer Fürsorge der Eltern. Dann ist es wichtig, richtig zu helfen, um einer Sepsis bei Kindern vorzubeugen.

  • Offene, frische Wunden nicht berühren, sondern mit einer sterilen Wundauflage, einer Kompresse oder einem Pflaster abdecken. Pflaster dürfen nicht direkt auf die Wunde geklebt werden; Wundauflagen müssen steril sein und bleiben. Also: Nicht anfassen!

  • Die Wunde kann bei Bedarf mit klarem Leitungswasser ausgespült und mit einem geeigneten Desinfektionsspray behandelt werden. Auf die Verwendung von Salben sollte verzichtet werden.

  • Bei größeren Wunden ist es ggf. wichtig, den Impfschutz gegen Tetanus auffrischen zu lassen. Auch ist dann der Gang zum Arzt wichtig, um die Wunde fachmännisch begutachten zu lassen.

Es liegt eine Sepsis bei Kindern vor – und was nun?

Da bei einer Blutvergiftung akute Lebensgefahr besteht, muss das Kind in aller Regel im Krankenhaus behandelt werden. Die ersten Stunden sind entscheidend und müssen genau beobachtet werden. Es kann nach kurzer Zeit zum Schock oder Organversagen kommen.

Durch die Gifte des Erregers entstehen Entzündungen in verschiedenen Organen. Das Immunsystem ist überfordert und kann die Entzündungen nicht mehr abwehren. Deshalb muss sofort bei Verdacht einer Sepsis die Behandlung beginnen.

Unter ärztlicher Aufsicht wird dann der Kreislauf stabilisiert. Ein Antibiotikum hilft dabei, den Erreger unschädlich zu machen. Je nach Schwere der Blutvergiftung kann das Kind mit Sauerstoff versorgt werden. Auch ist es wichtig, dass der Nachwuchs viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Im Krankenhaus wird zudem die Regelmäßigkeit der Atmung überwacht.

Neben der Behandlung der Symptome einer Sepsis ist es von entscheidender Bedeutung, wie schnell der Entzündungsherd gefunden wird und behandelt werden kann.