Läuse bei Kindern

„Wir haben Läuse bei Kindern in unserer Einrichtung festgestellt.“ Diesen Hinweis mit der Bitte, das eigene Kind auf Läuse zu untersuchen, kennen Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern nur zu gut. Was Eltern über Läuse bei Kindern wissen sollten und wie sie sich richtig verhalten, um eine Ausbreitung zu verhindern, erklärt dieser Beitrag.

Nicht immer deutet ein Juckreiz auf Läuse bei Kindern hin

Kratzt sich ein Kind auffallend oft am Kopf, kann das ein Hinweis auf einen Lausbefall sein, muss es aber nicht. Der Juckreiz entsteht dadurch, dass eine Laus, die sich am Blut auf der Kopfhaut bedient, eine kleine Portion vom eigenen Speichel auf dem Kopf hinterlässt – und dieser löst den Juckreiz aus. 

Vorsorglich die Kopfhaut zu kontrollieren, ist eine gute Idee, um auf Nummer sicher zu gehen. Zudem verhindert eine rechtzeitige Kontrolle, dass sich das Kind zu sehr kratzt. Im schlechtesten Fall können so nämlich Hautentzündungen und Hautinfektionen entstehen. Per se sind Läuse bei Kindern jedoch ungefährlich.

Ist es bereits zu einer bakteriellen Entzündung auf der Kopfhaut gekommen, ist es wichtig, den Kinderarzt aufzusuchen. Gemeinsam wird dann entschieden, wie die Entzündung zu behandeln ist.

So funktioniert der Läuse-Check am effektivsten

Es ist ein Irrglaube zu denken, dass eine reine Sichtkontrolle effektiv dazu beiträgt, Läuse bei Kindern zu erkennen. Denn die winzig kleinen Läuse werden bei der bloßen Durchsicht der Kopfhaut nur schwerlich sichtbar. Stattdessen gibt es zwei simple Regeln, die den Läuse-Check besonders effektiv machen:

  • Eltern sollten ihrem Kind die Haare waschen und eine Pflegespülung auftragen. Nasse Haare lassen sich deutlich besser kämmen. Zudem hat die Pflegespülung den Effekt, dass die Läuse nicht mehr umhertollen können. Sie kleben förmlich an den Haaren und lassen sich so leichter auskämmen.
  • Eben dies funktioniert am besten mit einem sogenannten Läusekamm. Bei Kindern mit längeren, dickeren Haaren ist es gut und sinnvoll, die Haare zunächst mit einem gröberen Kamm zu entwirren. Dann gleitet der feinzackige Läusekamm viel leichter durch das Haar. Der Läusekamm muss von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen gezogen werden. Nach jedem Strich muss der Kamm kontrolliert werden, inwiefern sich Läuseeier oder Läuse darin befinden. Dazu wird der Kamm am besten auf einem Küchentuch abgestrichen.
Lauskamm

Wie sieht eine Kopflaus eigentlich aus?

  1. Eine Kopflaus hat sechs Beine, ist hell gräulich und misst gerade mal drei Millimeter. Besonders gut zu erkennen sind die Läuse bei Kindern, wenn sie gerade Blut gesaugt haben. Dann haben sie eine leicht rötliche Färbung. Die Gefahr der erwachsenen Läuse liegt darin, dass sie sich rasch vermehren. Je größer und dunkler eine Kopflaus wird, desto mehr Eier kann sie ablegen.

    Bei kleineren Exemplaren kann es sich um sogenannte Jungläuse handeln, die in der Medizin auch als Nymphen bezeichnet werden. Sie legen noch keine Eier. Dennoch oder gerade deswegen – um einen Übergang ins Erwachsenenalter der Laus zu verhindern – ist eine rasche Behandlung wichtig und sinnvoll.

    Leere Eihüllen sind noch kleiner und in der Regel ungefährlich. Die Nissen, die weißlich schimmern, und weiter von der Kopfhaut entfernt liegen als einen Zentimeter, sind meist leer. Das Ansteckungsrisiko geht in diesem Stadium gen Null. Läuseeier, die bräunlich-gräulich sind und nahe an der Kopfhaut zu finden sind, kleben meist fest am Haar. Aus ihnen werden kurzfristig Jungläuse schlüpfen.

Der Läuse-Fahrplan: Was tun bei Lausbefall?

Wer den Läusekamm sorgsam auf einem Tuch abstreift, kann schnell sehen, ob sich auf dem Kopf des Kindes Läuse befinden und in welchem Stadium diese sind. Von Läusen bei Kindern ist die Rede, wenn Läuseeier oder Läuse (Jungläuse und erwachsene Läuse) nachweisbar sind. Der Läuse-Fahrplan, um die Tiere wieder loszubekommen, muss dann zu aussehen:

Schritt 1: Kopf und Haare mit einem Läusemittel waschen

Wer Läuse bei Kindern feststellt, sollte ein spezielles Läusemittel kaufen. Haare und Kopfhaut können damit gewaschen werden wie mit einem regulären Haarwaschmittel. Anschließend wird das Haar mit einem Läusekamm ausgekämmt.

Schritt 2: Alle drei bis vier Tage Haare auskämmen

Im nächsten Schritt werden die Haare im Drei- bis Vier-Tage-Turnus nass ausgekämmt. Dafür ist kein Läusemittel mehr nötig, sondern eine Pflegespülung und ein Lauskamm.

Schritt 3: Zweiter Durchgang mit dem Läusemittel

Je nachdem, welches Läusemittel angewandt wird, um die Läuse zu vertreiben, muss Schritt 1 an Tag 8, 9 oder 10 nach der ersten Behandlung wiederholt werden. Nach 14 Tagen sollte der Läuse-Spuk zuverlässig ein Ende haben.

Eindämmung der Ausbreitung

Um ein Wiederauftreten der Läuse zu verhindern, sollten Textilien wie Bettwäsche und Mützen heiß gewaschen werden. 

JuckreizDurchLausbefall

Läuse bei Kindern? Der wichtigste Faktencheck im Überblick

Wer erstmals die Information der Betreuungseinrichtung bekommt, dass Läuse bei Kindern festgestellt wurden, bekommt vielleicht zunächst einen Schreck. Nivellieren lässt sich dieser Schockmoment sicherlich mit diesem Faktencheck:

  • Kopfläuse können nur Krabbeln. Das bedeutet, dass eine Ansteckung nur dann möglich ist, wenn sich die Haare berühren und die Läuse von einem Haarschopf zum anderen Haarschopf wandern können. Beim Kuscheln oder Vorlesen ist die Gefahr demnach am größten.
  • Kopfläuse wandern von Haar zu Haar und lauern den Kindern in der Regel nicht auf Kämmen oder Mützen auf. Denkbar ist eine Übertragung von Läusen über Gegenstände nur dann, wenn die Pflegemittel und Kleidungsstücke unmittelbar getauscht werden. Kinder, die gerne gemeinsam Modenschau oder Friseur spielen, können also gefährdet sein.
  • Kopfläuse haben nichts mit der Hygiene der betroffenen Kinder zu tun. Kopfläuse lieben das warm-feuchte Milieu auf dem Kopf, egal ob die Haare lang, kurz, dick, dünn, lockig, gewaschen oder ungewaschen sind.
  • Läuse bei Kindern breiten sich meist nicht punktuell aus, sondern befallen krabbelnder Weise oft kleinere oder größere Gruppen. Deswegen ist es verantwortungsbewusst, gut und richtig, das Umfeld zu informieren – sei es im Privaten als auch in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen wie Krippe, Kindergarten oder Schule.
  • Die komplette Wohnung auf den Kopf zu stellen, ist zu viel der Vorsichtsmaßnahmen. Das Bett frisch zu überziehen, Mützen, Kleidung, Kuscheltiere sowie Bürsten zu reinigen, sollte in der Regel genügen.