Verstopfungen bei Babys

Verstopfungen bei Babys

Verstopfungen bei deinem Baby sind wohl in keiner Weise die Themen, mit denen du dich am liebsten beschäftigst. Vor allem auch, weil es Eltern in der Regel schwerfällt einzuschätzen,  was noch unproblematisch ist und ab wann man sich Sorgen machen sollte. 

Daher haben wir dieses Thema im heutigen Blogbeitrag aufgegriffen und werden dir einige Tipps an die Hand geben.

Woher kommt die Verstopfung bei Babys?

Verstopfung bei einem Baby oder Kleinkind zeichnet sich durch dieselben Symptome wie bei Erwachsenen aus: der Stuhlgang ist entweder sehr unregelmäßig und/ oder sehr hart. Hier beginnt auch schon das Dilemma, denn der Stuhlgang-Rhythmus ist bei jedem Baby unterschiedlich und verändert sich auch immer wieder. Daher ist es schwierig eine genaue Zahl an Tagen für das Ausbleiben des Stuhlgangs zu nennen, vielmehr ist hier dein Bauchgefühl gefragt. 

Sofern dein Baby ungewöhnlich lang keinen Stuhlgang absetzt und gleichzeitig noch von Bauchschmerzen geplagt ist, dann kannst du davon ausgehen, dass es sich um eine Verstopfung handelt. Weitere Beschwerden können die Verstopfung bei deinem Baby begleiten: 

  • Gerötete und entzündliche Stellen am Po und After
  • Appetitmangel
  • Gesteigerte Unruhe
  • Blähungen
  • Verstärkte Müdigkeit und Erschöpfung

Verstopfung erkannt – was nun?

Sobald die Vermutung einer Verstopfung vorliegt, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt aufgesucht werden, denn eine Verstopfung kann unterschiedliche Ursachen, unter anderem auch schwerwiegende Erkrankungen, haben. 

Erste Hilfe bei Verstopfung

Eine Verstopfung aufgrund einer Erkrankung zieht eine kinderärztliche Behandlung nach sich, während bei einer „normalen“ Verstopfung die Behandlung ohne Medikamente von zuhause erfolgen kann.

Einige Möglichkeiten, um den festsitzenden Stuhl aufzuweichen haben wir dir hier zusammengefasst:

  • Flüssigkeitszufuhr deutlich erhöhen
  • Auch eine ballaststoffreiche Ernährung achten
  • Den Darm mit einer sanften Bauchmassage anregen (eine kurze Anleitung findest du im nächsten Abschnitt)
  • Wärme jeglicher Art erzeugen, zum Beispiel durch ein Bad
  • Mit den Beinchen „Fahrrad fahren“
  • An der frischen Luft spazieren gehen

Daneben empfiehlt sich auch die Pflege des Pos mit einer sanften Creme, um Entzündungen vorzubeugen oder diese abzumildern. Denn je unangenehmer der Stuhlgang für das Baby, desto stärker der innere Widerwillen und desto mehr verschlimmert sich die Situation. 

Sollten diese „weichen“ Methoden nicht zum Erfolg führen, kann der Kinderarzt Medikamente verschreiben, die direkt auf den Darm wirken

 

Anleitung zur stimulierenden Bauchmassage gegen die Verstopfung

Die Verstopfung bei Babys ist nicht nur für das Baby, sondern auch für die Eltern unangenehm. Daher ist eine verstärkte Bindung genau der richtige Weg, um beide Seiten zu beruhigen und gleichzeitig die Darmaktivitäten anzuregen.

Wichtig ist, dass dein Baby in der richtigen Stimmung ist und du nicht unter Stress stehst. Denn wichtig ist sich in diesem Moment ausreichend Zeit zu nehmen und ganz auf die Bedürfnisse deines Babys zu konzentrieren. Dein Baby sollte entweder auf einem beheizten Boden, Teppich oder weichen Handtuch liegen. Im ersten Schritt verreibst du eine kleine Menge Massageöl (auf ein geeignetes Öl achten!) zwischen deinen Händen und diese dann leicht auf den Bauch deines Babys. Im nächsten Schritt kannst du dann zum Beispiel beginnend am Bauchnabel im Uhrzeigersinn sanft bis zum  des Bauches streichen. Insbesondere die Bewegung deiner Hände sowie die äußere Wärme tut gut.

Es gibt natürlich eine Vielzahl weiterer Massagetechniken, die an dieser Stelle jedoch den Umfang des Beitrags sprengen würden.

Michaela Weber | richtig helfen

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Unterschied zur Verstopfung bei Kindern

Der Stuhlgang eines Kindes oder Erwachsenen ist weitaus seltener als der eines Babys. Von dreimal pro Tag bis alle zwei Tage sind die Möglichkeiten breit gestreut. Doch auch hier kann es zu Verstopfungen kommen, z.B. aufgrund einer Krankheit. 

Bei Kindern sind häufiger auch ungewohntes Essen, Änderungen im gewohnten Umfeld oder Konfliktsituation die Auslöser. Sofern dein Kind nicht über andere Symptome klagt, lässt sich eine Verstopfung am ehesten am Toilettenverhalten erkennen. 

Verstopfung bei Kleinkindern

Bei einer Verstopfung wird jede Darmentleerung oder zumindest jeder Versuch zur Tortur für dein Kind. 

Zu Beginn sind häufig die Schmerzen bei der versuchten Stuhlabsetzung der ausschlaggebende Punkt, denn die verhärteten Ballen lassen keine Entleerung zu. Dein Kind wird natürlicherweise nun versuchen diese schmerzhafte Entleerung zu vermeiden, was allerdings nur zu einer Verschlimmerung der Situation führt. 

Diese zweite „Verhinderungs“-Phase erkennst du ganz deutlich am Verhalten deines Kindes in Situationen, in denen es in der Regel stillsitzt. 

Aufgrund des Drucks im Darm wird das Sitzen oder auch Stehen immer unangenehmer und dein Kind versucht dieses unangenehme Gefühl weiter zu unterdrücken. Sofern dein Kind häufig auf der eigenen Faust sitzt, die Beine überkreuzt oder ungewöhnlich viel auf dem Stuhl herumrutscht, lässt sich eine Verstopfung vermuten.

Ein weiteres Symptom können kleine Stuhlmengen sein, die nicht zurückgehalten werden können und sich als Schmiere in der Unterwäsche abzeichnet. Das dadurch entstehende Gefühl der Unsauberkeit führt bei Kindern sehr schnell zu einem Schamempfinden und psychischem Druck.

Wichtig ist es daher vor allem, die Verstopfung frühzeitig zu erkennen, offen damit umzugehen und auf keinen Fall negativ oder böse zu reagieren. Auch eine Panik ist in dieser Situation vollkommen unnötig, denn eine Verstopfung ist in keiner Weise gefährlich. Die früher oftmals befürchtete Vergiftung durch den zurückgehaltenen Stuhl ist ein Märchen und auch die entstehenden blutigen Einlagerungen im harten Stuhl sind kein gefährliches Zeichen. 

Dennoch sollte bei der konkreten Vermutung einer Verstopfung der Kinderarzt aufgesucht werden, da ein Hinauszögern im schlechtesten Fall zu einem chronischen Problem werden kann. 

Maßnahmen neben Anpassen von Essen und Trinken

Je nach Alter und Reife deines Kindes, kommen noch einige andere Maßnahmen in Frage, um vor allem zukünftigem Stuhlgang entgegen zu wirken sowie die Scham zu reduzieren. Die normale Toilettenbrille ist für die Anatomie eines Erwachsenen erdacht, deshalb kann es deinem Kind bereits helfen die „Sitzsituation“ durch die Nutzung eines Hockers zu verbessern. Ein Lob für jeden Toilettengang hilft deinem Kind nicht in negative Gefühle zu verfallen, auch wenn nur wenig bis gar kein Stuhl abgesetzt wurde.

Dauert ein Toilettengang zu lange, da sich nichts tut, lohnt es sich die Initiative zu ergreifen und die Situation aufzulösen. Je länger dein Kind ohne Erfolg auf der Toilette sitzt, desto mehr verkrampft es und fühlt sich im schlimmsten Fall beschämt.

Zuwendung und positive Bestärkung sind von Säugling bis Kindesalter in jedem Fall die Schlüssel, um chronische Verstopfungen zu vermeiden und unnötige negative Assoziationen mit dem Toilettengang zu verhindern.

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