Ratgeber: Mückenstiche bei Babys

Mückenstiche bei Babys – vorbeugen & behandeln

Die warme Sommerzeit kann für Babys anstrengend sein. Hitze macht ihnen schnell zu schaffen und dann kommen auch noch stechenden Plagegeister dazu. Nicht alle Anti-Mücken-Mittel eigenen sich auch für das Baby. Mückenstiche bei Babys vorbeugen ist trotzdem möglich und wir verraten wie!

Mückenstich bei Baby

Darf mich bei (m)einem Baby Autan und Co. verwenden?

Die meisten normalen Breitband-Insekten-Repellents enthalten das chemische Mittel Diethyltoluamid abgekürzt DEET.
DEET ist ein sehr effektives Mittel, aber nicht ganz unbedenklich. Es gibt Anti-Mücken-Mittel für Kinder, die DEET enthalten. Um Mückenstiche bei Babys zu verhindern, sind selbst diese Mittel gänzlich ungeeignet. Ihre Haut ist zu zart und empfindlich. Schwierig kann es zudem werden, wenn die Dämpfe dieser Mittel vom Baby eingeatmet werden.

Icaridin ist ein weiterer chemischer Wirkstoff, allerdings etwas milder und besser verträglich als DEET. Um das Baby gegen Mücken zu schützen, eignen sich Icaridin-Produkte trotzdem nicht. Die Produkte für Kleinkinder werden erst ab einem Alter von 6 Monaten empfohlen.

Können ätherische Öle eine Alternative sein?

Mückenstich Baby aetherische Oele

Gesundheitsbewusste Erwachsene greifen immer häufiger zu reinen, verdünnten ätherischen Ölen oder stellen sich selbst Sprays nach gesunden Hausrezepten zusammen. Doch hier ist beim Baby Vorsicht geboten.

Ätherische Öle sind nicht so harmlos, wie sie zunächst erscheinen. Fast alle sind reizend und können auf Haut, Schleimhäute sowie Atemwege belastend wirken. Was für einen Erwachsenen kein Problem darstellt, kann beim Baby zu schweren Ausschlägen oder allergischen Reaktionen führen.

Eine Alternative können sie sein, wenn sie außen am Kinderwagen angebracht werden oder in einer Schale im Babyschlafzimmer aufgestellt werden.

Zur Mückenabwehr haben sich diese ätherischen Öle bewährt:

  • Citronella (gibt es auch als Sticker fertig zu kaufen)
  • Lavendel

Mückenstiche bei Babys vorbeugen – Netze schützen optimal

Um Mückenstiche bei Babys zu verhindern, eigenen sich Netze am allerbesten. Diese gibt es passend als Zubehör für jeden Kinderwagen, Trageschalen und Bettchen. Das Fenster im Kinderzimmer sollte ebenfalls mit einem Mückenschutz versehen werden.

Nachrüst-Sets gibt es im jeden Baumarkt. Die Netze können auf jede gängige Fenstergröße zugeschnitten werden. Fixiert werden teurere Modelle mit einem Spannrahmen und andere über Klettstreifen die auf den Rahmen aufgeklebt werden.

Mückenstich Baby Mückennetz -

Wenn das Baby tagsüber direkt unter einem Netz ruht, sollte ab und zu für Frischluft gesorgt werden. Selbstverständlich lassen die Netze jederzeit ausreichend Atemluft durch. Dennoch kann sich – insbesondere unter Kunstfasernetzen – ein gewisser Luft-Stau entwickeln. Eventuell schwitzt das Baby unter einem Netz auch mehr. Wo immer möglich sollte hochwertigen Mückennetzen aus Baumwolle oder Seide der Vorzug gegeben werden.

Wenn die Mücken trotzdem zugestochen haben

Trotz aller Bemühungen Mückenstiche bei Babys zu vermeiden, kann es gelegentlich passieren! Babys reagieren unterschiedlich auf Stiche. Die einen „melden“ den Vorfall sofort, andere scheinen sich nicht groß darum zu kümmern. Es kommt auf das Wesen des Kleinkindes und die Einstichstelle an.

Beim Stich injizieren Mücken eine Eiweiß-Mischung zur Blutgerinnung. Die Immunabwehr des Babys reagiert darauf mit der Ausschüttung von Histamin. Dieser Stoff weitet die Gefäße und sorgt für das Anschwellen der Einstichstelle. Die Eiweiße der Mücken sind für uns Menschen nicht lebensgefährlich. Heftige allergische Reaktionen, wie sie bei Bienen oder Wespen vorkommen, gibt es bei Mückenstichen bisher nicht. Allerdings jucken die Einstichstellen und können sich entzünden.

Da Babys sich noch nicht kratzen können, ist ein Aufkratzen der Stiche nicht zu befürchten. Allerdings kann der Juckreiz dem Nachwuchs ganz schön zu schaffen machen. Hier sollten Mama und Papa mit Vorsicht für Erleichterung sorgen.

Wichtig ist es, einen frischen Stich niemals direkt anzufassen und das Mücken-Serum nicht weiter in die Haut einzumassieren. Juckt es sehr, kann ganz vorsichtig und leicht gerieben oder getupft werden.

Als gute & sehr verträgliche Hausmittel bei Mückenstichen gelten:

Gänseblümchen
Die ätherischen Öle im Gänseblümchen sind mild und können Entzündungen sowie Juckreiz vorbeugen. Das Blümchen wird einfach zerrieben und auf die Einstichstelle aufgebracht.

Spitzwegerich
Beim Spitzwegerich ist die Wirkung ganz ähnlich wie bei Gänseblümchen. Er wird auch auf die gleiche Weise angewendet. Der Vorteil ist, dass beide Pflanzen auf fast jeden größeren Grünstreifen zu finden sind. Direkt neben einer Straße sollten die Pflanzen allerdings nicht gepflückt werden.

Spucke
Im Speichel sind antibakterielle Enzyme enthalten. Er kühlt, ist jederzeit sofort verfügbar und eines der mildesten Hausmittel für Mückenstiche beim Baby.

Essig
Ein milder Essig kann kühlend wirken. Allerdings darf er nie frisch und nicht direkt auf einen Stich getupft werden. Essig ist durch die ätherischen Substanzen zunächst reizend. Sind die ersten Dämpfe verflogen, kann die Haut um den Stich herum behutsam abgetupft werden.

Heilerde
Heilerde wird angefeuchtet als großzügiger Tupfen direkt auf den Stich aufgebracht. Sie reizt nicht und kühlt wunderbar. Die enthaltenen Mineralien und Substanzen wirken desinfizierend. Beim Abtrocknen bindet die Heilerde Schadstoffe. Nach dem Trocknen wird die Erde sanft mit einem Tüchlein abgerieben.

Quark
Dieses Hausmittel hat kühlende Eigenschaften und sollte den Einsatz von Kühlwürfeln oder Akkus ersetzen. Extreme Kälte kann der Babyhaut schaden. Quark dagegen entfaltet seine kühlende Wirkung auf gemächliche Weise.

Von Behandlungen mit alkoholischen Substanzen oder mit Hitze arbeitenden Anti-Stich-Stiften sollte bei Babys abgesehen werden.

Muss man mit einem entzündeten Mückenstich zum Kinderarzt?

Mückenstich Baby Kinderarzt

Normalerweise heilt ein Stich innerhalb von zwei Tagen wieder komplett ab.

Sobald sich Mückenstiche bei Babys auf ungewöhnliche Weise entwickeln (großflächige Ausschläge, extreme Schwellungen), ist Vorsicht angebracht. Liegt eine extreme Entzündung mit eitrigen Krusten vor oder zeigt das Baby deutliche Anzeichen von Unwohlsein, sollte ein Kinderarzt zurate gezogen werden.

Es gibt in Deutschland einige wenige Mückenarten, die Krankheitserreger übertragen können. Selbst wenn solche Fälle selten sind, sollten besorgte Eltern nicht zögern, Rat und Unterstützung bei einem Arzt einzuholen.

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