Zähneputzen für Kinder – Tipps für die eigenständige Mundhygiene

Mundhygiene ist wichtig, um Zahnerkrankungen vorzubeugen. Eltern wissen das. Kinder jedoch nerven die Ermahnungen, die morgens und abends am Waschtisch erklingen, wenn es darum geht, das Zähneputzen der Kinder anzuleiten oder zu überprüfen. Die besten Tipps für die eigenständige Mundhygiene liefert dieser Beitrag.

Grundsätzlich gilt: Zähneputzen sollte Spaß machen!

Viele Kinder finden das Zähneputzen äußerst langweilig und haben keine Lust auf Zahnhygiene. Vor allem bei kleinen Kindern kann ein Zahnputzlied oder eine Geschichte übers Zähneputzen zur Motivation helfen und verdeutlichen, wie wichtig das Zähneputzen ist.

Wer’s moderner mag, kann das Zähneputzen sogar durch eine App, welche einen Timer besitzt, interessant gestalten. Das Kind aktiviert den Timer und putzt dann quasi so lange, bis der Timer abgelaufen ist.  Kinder lieben es, zu sehen, wann sie die Zahnputzzeit geschafft haben.

Auch die Zahnbürste selbst entscheidet darüber, wie gerne dazu gegriffen wird. Ob kunterbunt oder mit dem Lieblingscharakter auf der Bürste – mit Prinzessin Elsa oder anderen Helden aus dem Kinderzimmer macht das Zähneputzen noch mehr Spaß. Und je mehr das Zähneputzen Spaß macht, desto leichter fällt dem Kind die regelmäßige Zahnhygiene.

Zahnputz Tipps

Zähneputzen für Kinder – Tipp 1: Eltern und Geschwister müssen ein gutes Vorbild sein

Eltern müssen mit gutem Beispiel vorangehen, denn Kinder gucken sich den Umgang mit dem Thema Mundhygiene von den Eltern ab. Sollten größere Geschwister mit im Haushalt leben, können auch sie den kleineren Geschwistern zeigen, wie wichtig eine gute Zahnhygiene ist. Wichtig ist: Das Zähneputzen morgens und abends sollte zur Routine werden – und nicht zum ständigen Diskussionsfaktor.

Zähneputzen für Kinder – Tipp 2: Nachputzen ja, aber nur bis zu einem bestimmten Alter

Wenn die ersten Zähne im Mund zu sehen sind, ist es der richtige Zeitpunkt, das Thema Mundhygiene als tägliches Ritual einzuführen. Das Kind kann in diesem Alter allerdings noch nicht selbstständig die Zähne richtig putzen. Bis zum Grundschulalter sollten Eltern ihren Nachwuchs beim Zähneputzen anleiten, begleiten und ggf. nachputzen. Ab einem Alter von etwa acht Jahren besitzt das Kind die richtige Feinmotorik, um seine Zähne selbstständig gründlich zu putzen. Klar ist ein prüfender Blick der Eltern hier und da nicht verkehrt, aber dann gilt auch: Loben nicht vergessen!

Zähneputzen für Kinder – Tipp 3: Ein Ritual wie das Zähneputzen fällt nicht aus!

Ob das Zähneputzen ausfallen darf, weil das Kind müde ist oder einfach keine Lust hat, sollte grundsätzlich kein Thema sein. Stattdessen sollten Eltern das Zähneputzen für Kinder zu einem Ritual werden lassen. Am besten beginnen sie gemeinsam das Mundpflege-Programm immer zur selben Uhrzeit – am Morgen nach dem Frühstück und am Abend vor dem Zubettgehen. So gewöhnt sich das Kind an den zeitlichen Ablauf. Als kleine Motivation kann am Abend eine Gute-Nacht-Geschichte, die nach dem Zähneputzen erzählt wird, helfen.

Zähneputzen für Kinder – Tipp 4: Selbst die Putztechnik lässt sich kindgerecht vermitteln

Die richtige Putztechnik ist das A und O der Zahnpflege. Das KAI-System ist vor allem für das richtige Zähneputzen bei Kindern sehr hilfreich, denn die Putzformel lässt sich leicht einprägen. K-A-I bedeutet, dass die Zähne immer in der gleichen Reihenfolge geputzt werden.

  • Das K steht für die Kauflächen, die als erstes geschrubbt werden.
  • Das A steht für die Zahn-Außenflächen. Mit kreisenden Bewegungen werden nun die gesamten Außenflächen geputzt. Hier wird immer von der Mitte zuerst nach links und dann nach rechts, oder andersherum, geputzt. So wird keine Fläche vergessen.
  • Schlussendlich noch das I. Dieses steht für die Innenflächen. Mit Kreisbewegungen werden nun die Innenflächen, vom Zahnfleisch hoch zum Zahn, geputzt.

Zähneputzen für Kinder – Tipp 5: Die Zahnbürste muss funktional sein und optisch ankommen

Damit das Zähneputzen für Kinder spaßig wird, ist das Design der Zahnbürste entscheidend. Zahnärzte fordern, dass die Eltern ihrerseits auf die Funktionalität achten. Und das bedeutet: Das Kind muss die Bürste gut halten können. Deswegen ist ein runder, etwas dickerer Griff besonders gut für kleine Kinderhände. Idealerweise ist der Griff mit einem rutschfesten Material wie Gummi überzogen. So kann die Bürste nicht so leicht aus der Kinderhand rutschen. Der Bürstenkopf ist kurz, die Borsten sind weich und abgerundet. Bei Kindern ab etwa neun Jahren sollte der Bürstenkopf etwas länger und schmal sein. Zahnbürsten mit unterschiedlicher Borstenlänge helfen dabei, die Zwischenräume gut zu erreichen. Auch die Altersangabe zur Zahnbürste ist entscheidend und muss natürlich zum Alter des Kindes passen.

Zähneputzen für Kinder – Tipp 6: Die Zahnpasta muss „schmecken“

Im Alter von ein bis zwei Jahren sollten Eltern zweimal täglich nicht mehr als eine reiskorngroße Menge Zahnpasta auf die Zahnbürste des Kindes packen.

Eine Zahnpasta mit etwa 1000 ppm Fluorid ist hierfür Zahnärzten zufolge sehr gut geeignet, da Fluorid Karies vorbeugt und durch die Nahrung nicht ausreichend aufgenommen wird. Neben den Dosierungshinweisen auf der Verpackung der jeweiligen Zahnpasta gilt diese Faustregel:

  • Bei Babys bis zu einem Jahr werden die Zähne nur mit Wasser und einer Babyzahnbürste gereinigt.

  • Für Kinder ab zwei bis etwa sechs Jahren ist eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid ideal.

  • Ab dem 6. Lebensjahr kann das Kind ohne Probleme eine milde (!) Zahnpasta für Erwachsene verwenden, da in diesem Alter der Durchbruch für die bleibenden Zähne beginnt.

  • Bei älteren Kindern ab etwa neun Jahren kann zusätzlich eine altersgerechte Mundspülung die Mundhygiene positiv beeinflussen.
Richtiges Zähneputzen

Neben dem Zähneputzen für Kinder ist die Kontrolle beim Zahnarzt Pflicht

Spätestens nach dem Durchbruch aller Milchzähne ist ein Besuch beim Zahnarzt ratsam. Ab diesem Alter sollte die zahnärztliche Kontrolle etwa alle sechs Monate stattfinden. Der Zahnarzt untersucht die Zähne des Kindes gründlich, um die Entstehung von Karies frühzeitig zu erkennen. Auch eine eventuelle Fehlstellung des Kiefers und der Zähne kann ein Zahnarzt bei der regelmäßigen Kontrolle früh erkennen und therapieren.

Bei Kindern zwischen vier und fünf Jahren ist das Risiko von Karies am höchsten. In diesem Alter stecken viele Kinder in einer Trotzphase und verweigern das Zähneputzen. Hier ist es besonders wichtig, auf das Kind einzuwirken und ihm die Gefahren von Kariesbakterien nahezubringen. Zur Hilfestellung hat jeder Zahnarzt geschultes Personal, welches Eltern und Kind zeigen kann, wie man die Unlust überwindet und Karies vorbeugt. Auch ältere Kinder und Jugendliche haben sehr oft keine Lust auf das lästige Putzen der Zähne. Trotzdem ist es wichtig, dass Eltern ihrem Kind von Anfang an vermitteln, wie wichtig gesunde Zähne sind.