Hitzschlag bei Kindern

Ein Hitzschlag bei Kindern ist näher als so manches Elternteil sich vorstellen kann. Bereits das ungeschützte Spielen in der Sonne am Badeweiher, der in der Sonne abgestellte Kinderwagen und das in der Sonne geparkte Auto sind drei schon beinahe alltägliche Sommersituationen. Ohne entsprechenden Schutz kommt es dabei schnell zum Hitzschlag bei Kindern. Wie Eltern ihn erkennen, wie sie richtig helfen und eine Überhitzung im besten Fall sogar vorbeugen können, verrät dieser Beitrag.

Sonnenstich, Erschöpfung, Hitzschlag – drei gefährliche Sommerphänomene

Vor allem im Sommer sind Kinder nicht davor gefeit, unter der sommerlichen Hitze zu leiden. Das Spielen im Freien kann dabei dreierlei gefährliche Folgen haben:

  • Von einem Sonnenstich ist die Rede, wenn durch die Überhitzung von Nacken und Kopf die Hirnhäute überreizt werden. Der Sonnenstich wird oft erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne sichtbar – mit einem heißen, roten Kopf und heftigen Kopfschmerzen. Während Kleinkinder sich an den Kopf fassen, weil dieser schmerzt, schreien Babys mit Sonnenstich schrill. Ohrensausen und Übelkeit sind ebenfalls bekannte Symptome eines Sonnenstichs. Auch Kreislaufbeschwerden oder Bewusstlosigkeit sind denkbare Symptome.

 

  • Von einer Hitzeerschöpfung ist dann die Rede, wenn das Kind sich bei hohen Temperaturen stark anstrengt, beispielsweise beim Fußballspielen, oder bei einer Fahrradtour. Die Hitzeerschöpfung ist dann von einem Salz- und Flüssigkeitsmangel gekennzeichnet. Das Kind hat einen trockenen Mund, starken Durst und eine blasse, kühle Haut.
  • Von einem Hitzschlag ist die Rede, wenn die Hitzeerschöpfung lebensbedrohlich wird. Zum Flüssigkeitsmangel kommt dann ein akuter Wärmestau hinzu. Eltern erkennen einen Hitzschlag an der hochroten Haut des Kindes. Fieber, das über 40 Grad Celsius klettern kann, eine flache, schnelle Atmung sowie Erbrechen, Krämpfe, Bewusstseinstrübung und sogar eine Ohnmacht können Folge eines Hitzschlags sein.

112 wählen und einen Notruf absetzen!

Eine massive Hitzeerschöpfung kann einen Besuch beim Arzt veranlassen. Bei einem Hitzschlag ist es hingegen zwingend erforderlich, sofort den Notarzt unter der Nummer 112 zu verständigen. Bis dahin sind Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Hitzschlag bei Kindern

Sobald ein Kind sich nach starker Sonneneinstrahlung verändert, ist es wichtig, umgehend diese Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten, um Schlimmeres zu verhindern.

  1. Das Kind muss sofort raus aus der Sonne. Idealerweise kann es sich im natürlichen Schatten von Bäumen regenerieren. Unter einer Markise, unter der die heiße Luft im Sommer stockt, können sich hingegen die Symptome noch verschlimmern.
  2. Sich erschöpft hinzulegen, ist vielleicht der Wunsch des Kindes, allerdings sollten Eltern diesem entgegenwirken. Kopf, Nacken und Oberkörper sollten stattdessen besser hoch gelagert werden. Kalte Tücher, Umschläge oder gar Coolpacks im Nacken helfen dabei, den Körper herunter zu kühlen. Verschlechtert sich die Durchblutung im Körper, ist die Schocklage eine denkbare Methode, um die Durchblutung im Gehirn sicherzustellen.
  3. Kleine Schlucke von lauwarmen Getränken zu trinken, ist dann eine gute Idee, wenn das Kind das Bewusstsein behält und nicht erbricht. Beruhigende Worte sind wichtig, damit das Kind nicht etwa in Panik verfällt.
  4. Bei Halluzinationen, beim Verlust des Bewusstseins, bei starken Schmerzen oder wenn sich der Zustand des Kindes rapide verschlechtert, ist umgehend der Notarzt zu kontaktieren. Bis dieser eintrifft, ist die stabile Seitenlage die beste Variante, um das Kind zu lagern.

Warum ist die Sonne für Kinder besonders gefährlich?

Warum die Sonne gerade für Babys und Kleinkinder schnell zur Gefahr wird, hängt mit deren Entwicklung zusammen. In den ersten Lebensjahren sind die Schädelknochen dünn und die Haare sind rar. Das heißt, dass der empfindliche Kopf samt Fontanelle vergleichsweise wenig natürlichen Schutz hat.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Babys und Kleinkinder die Fähigkeit zum Schwitzen erst allmählich entwickeln und nicht bereits von Geburt an haben. Diese langsame Entwicklung hat zur Folge, dass Babys und Kleinkinder es schwerer haben, ihren Wärme- und Flüssigkeitshaushalt zu regulieren – und das könnte insbesondere bei sommerlich heißen Temperaturen zur Gefahr für die Kinder werden.

Die Gefahr eines Hitzschlags ist also bei Kindern deutlich höher als bei Erwachsenen. Der Hitzschlag bei Kindern kann darüber hinaus schnell lebensbedrohlich sein. Auch bleibende Schäden sind denkbar, denn durch zu große Hitze kann das Gehirn anschwellen. Hirnödeme und Hirnschäden können die gefährlichen, langfristigen Folgen sein. Der Flüssigkeitsverlust verringert zudem das Blutvolumen, die Gefäße verengen sich. So gewährleistet der Körper, dass wichtige Organe wie etwa Nieren und Gehirn weiter versorgt werden. Füße und Hände hingegen werden blass und kalt.

Wie gefährlich ist ein Sonnenbrand?

Ein Sonnenbrand ist im Übrigen nicht minder gefährlich, denn dabei handelt es sich um Verbrennungen der Haut. Rote, heiße Hautstellen, die anschwellen und schmerzen, sind das typischste Anzeichen eines Sonnenbrands. Bei einer Berührung brennt und juckt die verbrannte Haut. Entstehen Blasen, ist auch hier ein Arzt aufzusuchen. Dann handelt es sich um Verbrennungen zweiten Grades. Pusteln, Blasen und Knötchen hingegen deuten eher auf eine Sonnenallergie hin.

Hitzschlag bei Kindern vorbeugen – das können Eltern tun

Um einem Hitzschlag bei Kindern vorzubeugen, gibt es einige simple Tipps, die Eltern beherzigen sollten, um ihre Kinder zu schützen.

  1. Die Mittagssonne zwischen 11 und 16 Uhr ist für kleine Kinder tabu. Wer Mittagessen und Mittagsschlaf auf diesen Zeitraum verlegt, nutzt die Zeit sinnvoll. Größere Kinder, die nicht mehr im Haus zu halten sind, sollten im Schatten spielen und regelmäßig den Kopf nass machen.
  2. Ein heller Hut mit Nackenschutz ist die beste Kopfbedeckung für Babys und Kleinkinder. Dieser schützt den empfindlichen Kopf- und Nackenbereich zuverlässig vor den Gefahren der Sonne. Lange Ärmel und Hosenbeine, die locker Arme und Beine umspielen, behindern kaum und helfen doch dabei, das Kind vor der Sonneneinstrahlung zu schützen.
  3. Gerade wenn Kinder im Sommer draußen toben, muss die Flüssigkeitszufuhr entsprechend nach oben angepasst werden. Ein halber bis ein Liter mehr ist durchaus sinnvoll, um einem Hitzschlag bei Kindern vorzubeugen.
  4. Weder der Kinderwagen noch die Spieldecke dürfen in der prallen Sonne platziert werden. Sonnenschirm und Sonnensegel schirmen die gefährlichen Sonnenstrahlen bestens ab. Auch das Auto kann im Sommer schnell zur Gefahrenzone werden. Die Innentemperatur steigt überproportional an. Eltern sollten ihre Kinder deswegen nicht einmal kurz im Auto lassen, um den Einkauf zu erledigen.

Sonnenschutzcreme bietet keinen Schutz gegen Hitzschlag bei Kindern

Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 50 ist zwar gut und wichtig gegen Sonnenbrand bei Kleinkindern. Vor einem Hitzschlag bei Kindern bewahrt die Schutzcreme jedoch nicht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt zudem davor, Babyhaut mit Sonnenschutzmitteln einzureiben. Die Cremes könnten Babys Haut belasten.