Gefahren in der Schwangerschaft -
Was schadet dem Ungeborenen wirklich?

Spätestens dann, wenn der zweite Strich auf dem Schwangerschaftstest erscheint, fragen sich viele Schwangere: Was sind die Gefahren in einer Schwangerschaft? Was ist jetzt noch erlaubt und was sollte unbedingt vermieden werden, um dem Ungeborenen nicht zu schaden?

Wer sich dazu selbst schlaumachen möchte, bekommt von Lebensweisheiten bis hin zu wissenschaftlich belegten Erkenntnissen alles geboten. Einen Überblick darüber, welche Gefahren in der Schwangerschaft lauern bzw. welche Folgen der Lebensstil der werdenden Mutter in der Schwangerschaft haben kann, soll dieser Beitrag geben. Bei detaillierten Nachfragen oder Beschwerden sollte ein Frauenarzt oder eine Hebamme zurate gezogen werden. Dieser Artikel kann keineswegs einen ärztlichen Rat ersetzen.

Gefahren in der Schwangerschaft: Genussmittel

Zu den Genussmitteln zählen beispielsweise Alkohol oder Nikotin. Drogen sind ebenfalls Substanzen, die spätestens in der Schwangerschaft absolut tabu sind.

Der Konsum von Genussmitteln oder Drogen kann zu einem Abgang führen oder körperliche und geistige Behinderungen und Fehlbildungen beim Ungeborenen bedingen. Dies stellt eine sehr große Gefahr, nicht nur für das Kind, sondern auch für die Mutter des Ungeborenen da.

Gefahren für das Ungeborene

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So gefährdet Nikotin das Ungeborene

  • Das Ungeborene kann sich nicht richtig entwickeln, ist meist kleiner und schwächer als Babys von Nichtrauchern.

  • Schon im Mutterleib wird das Ungeborene nicht zuverlässig über den Mutterkuchen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

  • Eine Frühgeburt ist deutlich wahrscheinlicher bei Rauchern als bei Nichtrauchern.

  • Die Gehirnentwicklung des Babys wird durch Nikotin gestört und kann zu geistigen Beeinträchtigungen führen.

Diese Gefahr in einer Schwangerschaft kann gebannt werden: Rauchenden Müttern muss bewusst
sein, dass durch den Konsum von Nikotin in der Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt deutlich erhöht wird. Bei bereits geborenen Kindern kann das Rauchen in geschlossenen Räumen in der Nähe des Kindes zum plötzlichen Kindstod führen.

So gefährdet Alkohol das Ungeborene

  • Das fetale Alkoholsyndrom (kurz: FAS) kann durch den Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft ausgelöst werden und dem Ungeborenen schaden. Entwicklungsstörungen und auffälliges Verhalten könnten die Folge sein.

     

  • Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Alkohol trinken, sind in der Regel kleiner als gleichaltrige Kinder und haben durch die Schädigung der Nervenzellen später oft mehr Probleme in der Schule.
 
Diese Gefahr in einer Schwangerschaft kann gebannt werden: Mütter, die bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft regelmäßig Alkohol zu sich nehmen, erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt. Viele Frauen haben Bedenken, dass ein Glas Wein oder Sekt dem Ungeborenen geschadet haben könnte, obgleich das Gläschen noch vor dem Wissen der bestehenden Schwangerschaft getrunken wurde. Aber keine Panik: In den ersten Wochen ist dieses eine Glas nicht bedenklich.

So gefährden Drogen das Ungeborene

  • Die gefährlichen Substanzen gelangen 1:1 in den Organismus des Ungeborenen und können selbst bei unregelmäßigem Drogenkonsum bereits erheblichen Schaden anrichten.

  • Das Wachstum des Ungeborenen kann verzögert und die Entwicklung gestört werden. Zudem sind Fehlbildungen nicht auszuschließen.
 
Diese Gefahr in einer Schwangerschaft kann gebannt werden: Ganz egal, ob sogenannte „weiche Drogen“, wie beispielsweise Cannabis, konsumiert werden, oder gar „harte Drogen“, wie Kokain oder Heroin – Drogen schaden der werdenden Mutter und dem ungeborenen Kind. Die Substanzen gelangen durch die Blutbahn in den Organismus des Fötus und schädigen hier neben Hirnzellen auch die Organe des Ungeborenen. Babys, die nach regelmäßigem Drogenkonsum geboren werden, durchleben in den ersten Wochen zudem eine Art Entzug.

Gefahren in der Schwangerschaft: Medikamente

Oft bleibt es nicht aus, dass während der neun Monate einer Schwangerschaft Medikamenten eingenommen werden müssen. Möglicherweise sind Antibiotika für eine Zahnbehandlung nötig oder andere Präparate bei einem grippalen Infekt. Darüber hinaus stellen sich viele Schwangere die Frage, ob alle frei verkäuflichen Medikamente bedenkenlos eingenommen werden können, ohne dem Ungeborenen zu schaden.

Diese Medikamente sollten (nach Rücksprache mit dem Facharzt) während der Schwangerschaft nicht konsumiert werden:

  • Antiepileptika (Medikamente gegen Anfallsleiden)
  • Isotretinoin (Mittel gegen Akne)
  • Methrotrexat (ein Folsäurehemmer, der Fehlbildungen verursachen kann)
 
Auch waren Medikamente wie Ibuprofen und Paracetamol lange Zeit in Verruf und es kursierte die Annahme, dass sie das Ungeborene während der Schwangerschaft schädigen. Aktuelle Studien geben aber Entwarnung. Als Notfall-Schmerzpräparat können diese Schmerzmittel eingenommen werden. Hier gilt: Die Menge macht das Gift. Daher sollten Schmerzmittel nur bei Bedarf und in geringen Mengen eingenommen werden. Von Blutverdünnern und ACC-Mitteln wird abgeraten, um dem Fötus nicht zu schaden.

Gefahren in der Schwangerschaft: der Lebensstil

Da gerade das Ungeborene im Bauch der Mutter auf die Nährstoffe und somit auf eine gesunde Lebensweise der Mutter angewiesen ist, sollte diese unbedingt auf ihren Lebensstil achten. Hierzu gehört eine gesunde Ernährung. Der Nährstoffbedarf der Mutter steigt über die Monate hinweg und das Ungeborene braucht die Nährstoffe für die Entwicklung von Gehirn und Organen. Falls diese nicht in ausreichender Form über die Nahrung aufgenommen werden können, kann die werdende Mutter Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Da gerade in den ersten Wochen der Schwangerschaft viele werdende Mütter mit Übelkeit zu kämpfen haben und daher manche Lebensmittel meiden, können diese Präparate auch hier dem Nährstoffausgleich dienen. Fast Food, zu fettiges Essen oder eine einseitige Ernährung sind in der Schwangerschaft nicht förderlich. Das Fett im Essen macht zusätzlich träge und erschwert es vielen Schwangeren, sich im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft zu motivieren. Ebenfalls leidet gerade die Verdauung unter dieser Art der Ernährung.

Tatsächlich gehört zu einem gesunden Lebensstil auch die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Beliebt sind darüber hinaus Schwangerschaftsyoga oder leichter Sport. Viele werdende Mütter haben gerade zum Ende der Schwangerschaft mit einigen Wehwehchen zu kämpfen, darunter auch Muskel- oder Gelenkschmerzen. Die regelmäßige Bewegung kann zur Stärkung der Muskulatur beitragen und so den doch sehr stark beanspruchten Rücken stärken. Die Bewegung draußen fördert durch die Sauerstoffaufnahme eine gute Durchblutung, was dem Ungeborenen natürlich auch zugutekommt.

Nicht von Verboten abschrecken lassen – die Schwangerschaft genießen

Eine Schwangerschaft soll für die Mutter und das Ungeborene natürlich eine wunderbare Zeit voller Liebe, Geduld und auch voller neuer Erkenntnisse über den eigenen Körper werden – und nicht nur aus Verzicht bestehen. Gerade zum Schutz des Ungeborenen in der Schwangerschaft haben Mütter allerdings oft Bedenken, was möglich ist und worauf wohl besser verzichtet werden sollte.

Im Zweifel kann die Hebamme hier zurate gezogen werden. Sie kann aus Erfahrung von und mit anderen Schwangeren sprechen, kennt den Verlauf der bestehenden Schwangerschaft und kann diese mit überwachen. Bei Schwangerschaftsbeschwerden oder bei Schmerzen kann auch mit alternativen Mitteln geholfen werden. Akupunktur oder Akupressur sind das Steckenpferd vieler Hebammen und bei werdenden Müttern äußerst beliebt.