Erste Hilfe an Kind & Baby: Diese 5 Maßnahmen retten Leben

Hoffentlich kommen Eltern nie in die Situation, dass sie Erste Hilfe an Kind und Baby leisten müssen. Doch mit Blick auf diverse Alltagssituationen, die schnell gefährlich werden können, ist es kaum ratsam, sich auf diese Hoffnung zu stützen. Stattdessen ist es gut und wichtig, die folgenden fünf Erste-Hilfe-Maßnahmen zu kennen und über die Teilnahme an einem speziellen Kurs nachzudenken, der Erste Hilfe an Kind und Baby zum Thema hat.

Was verbirgt sich hinter einem Erste-Hilfe-Kurs für Kinder und Babys?

Erste-Hilfe-Kurse kennen Autofahrer meist noch aus der Zeit, in der der Führerschein absolviert wurde. Dafür ist ein Erste-Hilfe-Kurs nämlich Pflicht. Allerdings verblasst die Erinnerung schnell – vor allem dann, wenn keine praktische Umsetzung des Gelernten erfolgen muss. Regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, wäre eine Option, als Ersthelfer richtig handeln zu können.

Für Eltern werden zudem Erste-Hilfe-Kurse angeboten, die die Erste Hilfe an Kind und Baby zum Thema haben und unter anderem die praktische Anwendung der folgenden fünf Maßnahmen lehren. Ein bedachtes Eingreifen im Notfall kann Leben retten und überbrückt die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft.

5 Erste Hilfe Maßnahmen

Was tun, wenn das Kind Putz- oder Reinigungsmittel zu sich genommen hat?

Reinigungsmittel, Säuren oder Laugen können die gerade mal bleistiftdicke Speiseröhre des Kindes schwer verätzen. Lange hielt sich die Annahme, dass die neutralisierende Eigenschaft der Milch die Schaumbildung hemmt und die ätzende Wirkung möglicherweise neutralisiert. Heute ist bekannt, dass genau das Gegenteil zu befürchten wäre. Da Milch Fette wasserlöslich macht, können die giftigen Stoffe sogar noch schneller vom Körper aufgenommen werden.

Deswegen formulieren Experten diese Vorgehensweise zur Ersten Hilfe an Kind und Baby: Zuallererst sollten Eltern die Giftnotrufzentrale kontaktieren und abklären, was genau zu tun ist. Erst nach Empfehlung durch den Notruf kann zum Beispiel ein Schluck Wasser mit einem speziellen Entschäumer aus der Apotheke eingeflößt werden. Ein Entschäumer in der Hausapotheke ist eine klare Empfehlung, insbesondere für Haushalte mit Kindern. Experten raten generell davon ab, ein Erbrechen zu erzwingen. Die ätzenden Stoffe könnten so ein zweites Mal die Speiseröhre verätzen.

Notruf absetzen! Bevor Eltern zu Wasser und Entschäumer greifen, ist es wichtig unter der 112 einen Notruf abzusetzen und Notarzt und/oder Rettungsdienst zu alarmieren. Die Giftnotrufnummer variiert von Bundesland zu Bundesland. Die Giftnotrufzentrale in München, die für Bayern zuständig ist, ist unter der Nummer 089 192 40 zu erreichen.

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Was tun, wenn das Kind etwas verschluckt hat und daraufhin schwer atmet?

Kleinteile, die sich am Boden befinden, Schmuckperlen oder manchmal auch ein Stück Brot oder Apfel, können in der Luft- oder Speiseröhre festsitzend lebensgefährlich werden. Dann ist schnelles Handeln gefragt.

Möglichkeit 1: Das Kind bäuchlings auf die Knie des Erwachsenen legen und bis zu fünfmal auf den Rücken schlagen. Durch die Position über Kopf kann der Fremdkörper automatisch herausfallen. 

Möglichkeit 2: Bei Kindern ab einem Jahr lässt sich das sogenannte Heimlich-Manöver so anwenden: Das Kind von hinten umfassen, die Hände des Erwachsenen dabei auf dem Brustkorb zu einer Faust ballen. Jetzt wird im V-förmigen Bereich des Brustbeins und des Bauchnabels Druck auf diese Region ausgeübt, in dem die Arme kräftig in einer sichelförmigen Bewegung nach innen und gleichzeitig nach oben gezogen werden.

Notruf absetzen! Auch hier gilt: Die Erste-Hilfe-Maßnahme der Eltern sollte nur die Zeit überbrücken, bis der Notarzt und/oder Rettungsdienst eintrifft. Diesen alarmieren Eltern unter der 112.

Was tun, wenn das Kind sich verbrüht?

Bereits leichtere Verbrennungen mit Blasenbildung können lebensbedrohlich werden. Selbst versorgt werden können kleinere Brandwunden mit kühlem, fließendem Wasser, für circa zwei Minuten. Danach sollte eine Pause erfolgen. Größere Verbrennungen oder Verbrühungen sollten nicht gekühlt werden, da gerade bei sehr kleinen Kindern die Gefahr einer Unterkühlung besteht.

Achtung: Eis oder spezielle Kühlpacks können die Schmerzen noch verschlimmern, da eine stärkere Durchblutung der Körperstelle die Folge ist. Eine Schmerzlinderung können nasse, fusselfreie Tücher bringen, die locker auf die geschlossene Wunde gelegt werden. Ist die Wunde offen, sollte diese ohne Druck mit einem sterilen Tuch abgedeckt werden. Um die Infektionsgefahr zu minimieren, sollten Brandblasen niemals geöffnet werden.

Notruf absetzen! Auch hier gilt: Die Erste-Hilfe-Maßnahme der Eltern sollte nur die Zeit überbrücken, bis der Notarzt und/oder Rettungsdienst eintrifft. Diesen alarmieren Eltern unter der 112.

Was tun, wenn das Kind von einem Insekt gestochen wurde?

Selbst wenn das Kind einige Male vorab keine allergische Reaktion auf einen Bienen- oder Wespenstich gezeigt hat, muss das nicht bedeutet, dass jeder Stich glimpflich verläuft. Zunächst muss der Stachel mit einer speziellen Pinzette entfernt werden oder kann – wenn er nur leicht in der Haut steckt – gegebenenfalls weggeschnipst werden.

Der betroffene Körperteil sollte danach mit Seife abgewaschen und mit einem Kühlpack gekühlt werden. An Füßen oder Händen kann auch eine halbierte Zwiebel Linderung schaffen. Der Saft der Zwiebel neutralisiert das Insektengift und reduziert die Schwellung.

Anders hingegen sieht es bei Stichen im Mund- und Rachenraum aus. Vorab muss sichergestellt werden, dass das Tier sich nicht mehr im Mund des Kindes befindet, bevor der Mund- und Rachenraum mit Eis gekühlt wird.

Notruf absetzen! Auch hier gilt: Eltern sollten Ihre Kinder genau im Auge behalten, um zu erkennen, ob das Gift des Insekts eine allergische Reaktion auslöst. Haben Biene oder Wespe im Mund- oder Rachenraum gestochen, ist das Absetzen eines Notrufs unter der Nummer 112 Pflicht.

Erste Hilfe bei Insektenstich

Was tun, wenn das Kind vom Baum oder Fahrrad gestürzt ist?

Stürze gehören zum Leben dazu. Handelt es sich nach einem Sturz um eine Schürfwunde, die nur leicht blutet, kann diese gereinigt, desinfiziert und einfach mit einem Pflaster versorgt werden. Ist das Kind direkt auf den Kopf gefallen, blutet es stark, wirkt es apathisch oder klagt es über Kopfschmerzen, sollte unbedingt der Rettungsdienst alarmiert werden. Anzeichen für eine Gehirnerschütterung könnten zum Beispiel Übelkeit oder Erbrechen sein. Häufig wird das Kind dann zur Beobachtung für 24 Stunden im Krankenhaus behalten, um eine Hirnblutung oder Hirnschwellung auszuschließen, die für das Kind lebensbedrohlich werden könnte.

Notruf absetzen! Eine Schürfwunde ist kein Grund zur Sorge. Allerdings gilt bei Verletzungen im Kopf- und Rückenbereich: Sicherheitshalber einen Notruf unter der Nummer 112 absetzen. Der Rettungsdienst kann dann klären, ob der Nachwuchs ins Krankenhaus gebracht werden muss.

Erste Hilfe an Kind und Baby: Wissen kann Leben retten

Der Besuch eines speziellen Kurses zur Ersten Hilfe an Kind und Baby ist ratsam, um die Zeit zu überbrücken, bis der Rettungsdienst eintrifft. Thematisiert werden dabei auch Maßnahmen zur Wiederbelebung der Kleinsten. Da die Drucktiefe und der Beatmungsrhythmus bei Babys und Kindern anders ist als bei Erwachsenen, braucht es mehr als nur Theorie, sondern vor allem auch praktische Übung. Grundsätzlich gilt: Ruhiges und beherztes Eingreifen und das Wählen des Notrufes 112 können in Notfallsituationen lebensrettend sein.