Eiterflechte bei Babys und Kleinkindern - Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugende Maßnahmen

Wenn von Borken- oder Eiterflechte bei Babys und Kleinkindern die Rede ist, erschrecken sich viele Eltern an der doch recht furchteinflößenden Bezeichnung. Die sehr ansteckende Hautkrankheit wird meist von Staphylokokken oder Streptokokken durch eine einfache Schmierinfektion ausgelöst. Was Eltern tun können, um einer Erkrankung vorzubeugen und welche Therapiemöglichkeiten es gibt, zeigt der folgende Beitrag im Überblick. Eine ärztliche Diagnose kann dieser jedoch nicht ersetzen. Die Abklärung beim Facharzt wird dringend empfohlen, um den richtigen Therapieansatz zu finden und zu verfolgen.

Was ist die Borken- und Eiterflechte bei Babys und Kleinkindern genau?

Wenn es um Hautkrankheiten geht, werden die meisten Eltern sehr schnell hellhörig. Bei der Eiterflechte handelt es sich, wie der Name es bereits vermuten lässt, um eine Hautveränderung in Verbindung mit Eiterbläschen, die sich unter der Haut befinden. Eiterflechte bei Babys und Kleinkindern ist sehr ansteckend und wird durch einfache Schmierinfektion übertragen. Überwiegend haften die Erreger auf Gegenständen, die von infizierten Personen benutzt wurden.

Oft tritt die blasenartige Hautveränderung im Bereich von Mund und Nase auf. Aber auch in den Handflächen bildet sich diese nicht selten aus. Die Blasen sind mit einer wässrigen Flüssigkeit oder Eiter gefüllt und wölben sich über Wunden oder offene Hautstellen nach außen. Diese Pusteln können aufplatzen und im Anschluss gelblichen Schorf bilden.

Eiterflechte

Die Erreger, in den meisten Fällen Staphylokokken oder Streptokokken, treten über verletzte oder aufgekratzte Haut in die Wunden ein und bilden dort die Eiterpusteln. Windpocken oder auch Neurodermitis können bei Kindern mit einem geschwächten Immunsystem dem Erreger eine offene Tür bieten und die Infektion erleichtern.

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Welche Symptome bringt die Eiterflechte bei Babys und Kindern mit sich?

Wie bei allen Infektionen gibt es auch bei der Eiterflechte bei Babys und Kindern eine Inkubationszeit, die sich auf einen Zeitraum von in etwa zwei bis zehn Tagen beläuft. Tritt nach dieser Zeit an den bereits genannten Körperregionen um Mund und Nase, aber auch an anderen Stellen das blasenartige Hautgeschwür auf, sollte dies unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Es kann bei den blasenartigen Geschwüren grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden werden:

  • Die kleinblasige Impetigo contagiosa, durch Streptokokken verursacht
  • Die großblasige Impetigo contagiosa, durch Staphylokokken verursacht

Das lateinische Wort contagiosa bedeutet „ansteckend“. Impetigo contagiosa ist der medizinische Fachbegriff für die Eiterflechte bei Babys und Kindern, die häufig auch als Borkenflechte bezeichnet wird.

Beide Formen der Eiterflechte können sich im Anfangsstadium durch gerötete Haut und Juckreiz, der sehr unangenehm ist, bemerkbar machen. Wichtig zu wissen ist, dass die Eiterflechte eine Art der Zweitinfektion ist. Durch Schäden in der Haut, wie beispielsweise eingerissene Mundwinkel oder Wunden, können die Keime, die sich schon unter der Haut befinden, zur Pforte für die Erreger werden. Kinder, die an Neurodermitis leiden, sind hiervon häufiger betroffen. Auch ein Insektenstich kann die Haut schädigen und eine Borkenflechte-Infektion begünstigen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

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Hygiene ist bei einer Eiterflechten-Infektion das A und O. Der Besuch beim Kinder- oder Hautarzt ist notwendig, um per Abstrich die Diagnose bestätigen zu lassen. Der Arzt kann anschließend eine geeignete Therapieform vorschlagen. Gerade schwerere Formen mit Fieber oder Entzündungen bis hin zu geschwollenen Lymphknoten gehören dringend behandelt. Antibiotika in Saft- oder Tablettenform ist hier das meistgenutzte Präparat.

Bei leichteren Formen, wenn die Fläche gut abgegrenzt sichtbar ist, kann die Eiterflechte mit antibiotischen Salben gut behandelt werden. Ob desinfizierende Salben denselben Effekt haben, konnte bis dato in wissenschaftlichen Studien noch nicht bestätigt werden. Im Regelfall bleiben keine Narben oder sichtbare Schäden an der Hautoberfläche zurück. 

Gerade durch die Einnahme von Antibiotika kann die Heilung wesentlich beschleunigt werden. Wer mit Homöopathie arbeiten möchte und die Heilung der Haut unterstützen will, kann den Schorf und die Krusten dreimal täglich mit einer verdünnten Hypericum-Tinktur abtupfen. Durch das Hypericum wird die Wundheilung unterstützt. Vor allem bei kleinen Kindern empfiehlt sich diese begleitende Maßnahme.

Elterntipp: Bei infizierten Kindern sollten die Fingernägel kurz gehalten werden, damit das Kind nicht selbst immer wieder durch das Aufkratzen eine neue Infektionspforte für die Erreger schafft. Gründliches und häufiges Händewaschen, das Waschen der Kleidung, der Bettwäsche oder auch der vom Kind benutzten Handtücher hat, auch zum Schutz der anderen Familienmitglieder, höchste Priorität. Auch beim Essen und Trinken ist Vorsicht geboten: Gleiches Geschirr, Besteck oder Gläser sollten im Fall von Eiterflechte nicht benutzt werden.

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Ist ein Kind mit Eiter- oder Borkenflechte infiziert, darf das Kind oder Baby natürlich weder Krippe noch Kindergarten besuchen. Auch Schule und Hort sind bei älteren Betroffenen tabu. Beim Auftreten eines Falles von Eiterflechte hat die Einrichtung darüber hinaus unverzüglich Meldung beim zuständigen Gesundheitsamt zu machen.

Eine Infektion dauert in der Regel circa drei Wochen und ist danach vollständig ausgeheilt. Erst wenn alles verheilt ist, geht keine Gefahr mehr für weitere Ansteckungen aus.

Schwerwiegende Komplikationen, wie zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, eine Nierenentzündung oder gar eine Sepsis, können eher selten auftreten.

Wenn sich ein Kind oder Baby einmal infiziert hat, ist es übrigens nicht davor gefeit, dass die Eiterflechte nicht erneut auftritt. Allerdings heißt es aus Ärztekreisen, dass das Risiko einer Infektion mit Eiterflechte mit den Jahren abnimmt. Europaweit kommt es bei zwei von 100 Kindern jährlich zu einer Infektion.

Experten raten dazu, eine mögliche Infektion immer ärztlich abklären zu lassen, denn es besteht durchaus Verwechslungsgefahr. Optisch besteht nämlich eine Ähnlichkeit zwischen der Eiterflechte und einer einfachen Herpesinfektion. Auch deshalb ist eine genaue Diagnose nötig, um die richtige Therapieform für das Kind und alle Angehörigen auswählen zu können.

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